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Die Pappenheimer

Die Pappenheimer

Die Pappenheimer sind ein wirkliches Herzensbuch von mir. Um so mehr hat mich eine Rezension von Clelia Klapp gefreut, die jüngst auf www.librikon.de erschien. Sie erkennt und formuliert nämlich ein paar wesentliche Grundgedanken der Geschichte, von denen ich in der Tat hoffte, dass sie hinter allem oberflächlichen Spaß noch sichtbar sind. Hier mit freundlicher Genehmigung durch Librikon ein paar Auszüge:

„Ein Buch voller Erfindungskunst (...) Hier ist nicht nur das Buch aus Papier. Auch die Wesen, die sich darin entfalten, sind aus Papier gemacht. Servietten-Allee drei, vierte Etage, fünfter Schlitz. Hier wohnt Papierfräulein Schnipsel, Bewohnerin von Pappenheim, wo es das normalste von der Welt ist, sich in die Tiefe zu stürzen, Zeitungsmänner bis auf die Unterhose auszuziehen, um die neuesten Zeitungsnotizen zu lesen und bei Bedrohung an Gegenständen kleben zu bleiben. Dass der Mistkäfer Skarabäus das alles andere als normal findet, kann Schnipsel so gar nicht verstehen. (...)

Die Pappenheimer

Daraus, dass die eigene Denk- und Lebensweise als selbstverständlich vorausgesetzt und auf den anderen übertragen wird, resultiert nicht nur ein großer Teil des Witzes in diesem Buch, es führt uns auf eindrückliche Weise vor, wie jedes Individuum in seiner eigenen Vorstellungswelt lebt und es nicht die eine „richtige“ Sicht auf die Welt gibt, sondern vielmehr verschiedene Arten, die Welt zu sehen und wahrzunehmen. Eine Geschichte, die uns zeigt, wie bereichernd und spannend es ist, sich für fremde Welten zu öffnen.

(...) In eine andere Welt einzutauchen, bedeutet hier auch, vom anderen zu lernen: Durch die kühnen Taten des Käfers animiert, entwickelt sich das schreckhafte unter Flugangst leidende Papierfräulein zu einer mutigen Heldin.

Die Pappenheimer

(...) Auch Skarabäus wird durch die papierne Welt inspiriert. Er findet aus seiner Lebenskrise heraus, lernt sich selbst anzunehmen und erkennt, dass Kaninchenköttel den wertvollen Nutzen haben, dass man darin Eier legen kann. Hier helfen sich verschiedene Lebensformen gegenseitig - sogar die vermeintlich für Eindringlinge gehaltenen Menschenkinder werden zu Rettern in der Not und bescheren den Pappenheimern eine neue Bleibe, in der die Kraft der Fantasie sich voll entfalten kann. Begeisterter pappenheimer Raschelapplaus!“

© Jörg Hilbert 2017